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genetik / epigenetik


DNA: Doch kein eindeutiger Code?!

Hefeart stellt Regeln der Genetik auf den Kopf
Translation nach dem Zufallsprinzip: Forscher haben eine Hefeart entdeckt,
die eine grundlegende Regel der Genetik auf den Kopf stellt.
Denn eine bestimmte Abfolge von DNA-Basen wird bei ihr nicht immer in dieselbe Aminosäure übersetzt. Stattdessen wird im Falle der Basenkombination CTG zufällig zwischen zwei Varianten entschieden. Damit ist diese Hefe das erste bekannte Lebewesen, bei dem
die Eindeutigkeitsregel des genetischen Codes ungültig ist.
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Verdanken wir diesen Genen unser großes Hirn?

NOTCH2NL-Genfamilie treibt Hirnwachstum an – und ist nur beim Menschen aktiv
Treiber der Evolution: Eine Genfamilie auf dem ersten Chromosom könnte für ein einzigartiges
Merkmal des Menschen verantwortlich sein: unser großes Gehirn.
Denn wie zwei Forscherteams entdeckt haben, ist diese NOTCH2NL-Genfamilie nur bei uns
funktionsfähig und besonders ausgeprägt. Ihre Aktivität fördert die Bildung zusätzlicher
Hirnzellen und damit das Wachstum der Großhirnrinde. Sie könnten damit der Treiber
für das Hirnwachstum unserer Vorfahren gewesen sein, so die Forscher im Fachmagazin "Cell".
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Gene als Schmarotzer

Drei Wissenschaftler, ein Ziel: Gabriele Wagner, Oliver Weichenrieder und Elena Khazina (von links) wollen mithilfe der Analyse der Transposon-Proteine verstehen, wie sich parasitische DNA im Erbgut ausbreiten kann.

Parasiten gibt es nicht nur im Pflanzen- und Tierreich, sie sind auch ein Teil von uns selbst.
Unser Erbgut enthält Unmengen kleiner Abschnitte, die sich auf seine Kosten vervielfältigen.
Diese sogenannten Transposons werden deshalb auch als parasitische DNA bezeichnet.
Oliver Weichenrieder vom Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen
will den Kopiervorgang der Transposons genauer verstehen. Nicht nur weil sie Krankheiten
auslösen können, sondern auch weil sie möglicherweise ein wichtiger Motor der Evolution sind.
Beitrag lesen [1.421 KB]


Lernfähig dank aktiver Eltern?

Körperliche und geistige Aktivität wirkt sich positiv auf die Nachkommen aus
Erworben und weitergegeben: Körperliche und geistige Aktivität sind nicht nur gut
für das eigene Gehirn. Sie können auch die Lernfähigkeit späterer Nachkommen
positiv beeinflussen – zumindest bei Mäusen, wie eine Studie zeigt.
Demnach wird diese Form der epigenetischen Vererbung durch bestimmte RNA-Moleküle
vermittelt. Sie beeinflussen die Genaktivität und reichern sich nach körperlicher
und geistiger Aktivität nicht nur im Gehirn, sondern auch in den Keimzellen an.
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Die nächste Stufe der Epigenetik

Der Chemiker Thomas Carell von der LMU München erforscht ungewöhnliche "Buchstaben"
im Erbgut - und erklärt im Interview, was sie über das Lernen und das Leben offenbaren.
zum Interview [594 KB]


Muskeln haben ein Gedächtnis

DNA-Anlagerungen speichern Erinnerung an früheres Wachstum
Unsere Muskeln "erinnern" sich an früheres Wachstum:
Sie wachsen stärker und schneller, wenn sie schon früher einmal gut trainiert waren.
Warum, haben Forscher nun herausgefunden. Verantwortlich sind demnach DNA-Anlagerungen in den Muskelzellen, die die Genaktivität anhaltend verändern. Das bedeutet auch: Doping-Sünder könnten trotz Sperre dauerhaft von ihrer Manipulation profitieren, wie die Forscher
im Fachmagazin "Scientific Reports" berichten.
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Erbgut torpediert Theorie

Erste direkte Beobachtung der Chromatinstruktur widerlegt Lehrbücher

Chaos statt Ordnung: Unser Erbmaterial ist im Zellkern ganz anders angeordnet,
als es in den Lehrbüchern steht. Denn das aus DNA und Proteinen bestehenden Chromatin
bildet chaotische Faltungen und Knäuel, statt säuberlich zu immer dickeren Fasern
zusammengelagert zu sein. Dies enthüllt die erste direkte Beobachtung der Chromatinstruktur
in intakten Zellen. Damit ergeben sich ganz neue Einblicke in die Verknüpfung von Form
und Funktion der DNA, so die Forscher im Fachmagazin "Science". Weiter


Epigenetik zwischen den Generationen

Max-Planck-Forscher zeigen, dass wir mehr als nur Gene erben

Wir sind mehr als die Summe unserer Gene. Epigenetische Mechanismen,
die durch Umwelteinflüsse wie Ernährung, Krankheit oder unseren Lebensstil
verändert werden, nehmen eine wichtige Rolle bei der Steuerung unseres Erbguts ein,
indem sie Gene ein- oder ausschalten. Lange Zeit war fraglich, ob diese epigenetischen Informationen, die sich über das ganze Leben hinweg in unseren Zellen ansammeln, die Grenze der Generationen überschreiten und an Kinder oder sogar Enkel weitervererbt werden können. Forscher des Max-Planck-Instituts für Immunbiologie und Epigenetik in Freiburg konnten nun zeigen, dass nicht nur die vererbte DNA selbst, sondern auch vererbte epigenetische Instruktionen zur Regulierung der Genexpression der Nachkommen beitragen.
Darüber hinaus beschreiben die neuen Erkenntnisse des Labors von Nicola Iovino zum ersten Mal
die biologischen Folgen dieser vererbten epigenetischen Informationen. Die Studie an Fliegen
verdeutlicht, dass das epigenetische Gedächtnis der Mutter für die Entwicklung und das Überleben
der neuen Generation wesentlich ist.
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