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Homo hapticus

Warum wir ohne Tastsinn nicht leben können

Wissenschaft zum Anfassen: „Fühlen und tasten ist viel wichtiger für unser Überleben
als sehen, hören, riechen und schmecken“, sagt Martin Grunwald.
Er gründete 1996 das Haptik-Labor am Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung
der Universität Leipzig, wo er die Wirkungsweise des menschlichen Tastsinns erforscht.

In seinem Sachbuch "Homo hapticus" beschreibt der experimentelle Psychologe erstmals
für ein breites Publikum, welch überragenden Einfluss der lange Zeit unterschätzte Tastsinn
auf alle menschlichen Lebensbereiche hat.
Der international renommierte Pionier der Haptik-Forschung erzählt anschaulich
und mit vielen Beispielen aus dem Alltag, wie faszinierend die Millionen Berührungs-
und Bewegungsmelder zusammenwirken, die unseren Tastsinn ausmachen.
Er zeigt, welch große biologische und psychologische Bedeutung Berührungen für Menschen
aller Altersstufen haben, warum eine Umarmung mehr tröstet als tausend Worte,
warum Massagen und Spaziergänge gegen Depression und Angst helfen und warum wir
mit warmen Händen bessere Chancen bei einem Bewerbungsgespräch haben.
Er macht deutlich, wie raffiniert unser Urteil durch die Haptik von Produkten manipuliert
werden kann. Und er warnt vor einer Welt voller Touchscreens – denn mit ihnen lässt sich
unsere Welt von Kindern nicht be-greifen.

Droemer Knaur


Über den Autor

Dr. habil. Martin Grunwald, geboren 1966, gründete 2008 das Haptik-Labor
am Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung der Universität Leipzig.
Dort erforscht er die Wirkungsweise des menschlichen Tastsinns, entwickelt Therapien
für psychisch bedingte Störungen der Körperwahrnehmung und berät als Begründer
des Haptik-Designs weltweit Industrieunternehmen bei der Gestaltung neuer Produkte.
Martin Grunwalds Buch Human Haptic Perception (2008 erschienen) gilt als Standardwerk der internationalen Haptik-Forschung.